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Plattenepithel- und Basalzellkarzinom

Die zahlenmäßig größte Gruppe von Zellen in der obersten Hautschicht, der Oberhaut, sind die Hornzellen (Keratinozyten). Diese produzieren das Horn (Keratin), das für die mechanische Stabilität der Haut wesentlich verantwortlich ist. Die Keratinozyten liegen ähnlich wie ein Mauerwerk geschichtet. Die zwei für die Entstehung von Hautkrebs bedeutenden Schichten sind die unterste, die Basalzellschicht, und die darüber liegende Stachelzellschicht.

Von den Keratinozyten leiten sich zwei häufige Hautkrebsformen ab, die auf den folgenden Seiten besprochen werden. Sie haben große Bedeutung, da sie die beiden häufigsten Hautkrebsformen sind. Es handelt sich um:

1. Das Basalzellkarzinom oder auch Basaliom
2. Das Plattenepithelkarzinom


1. Das Basalzellkarzinom oder auch Basaliom

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste Hautkrebs bei Weißen. Das höchste Risiko, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken, haben hellhäutige Menschen. Es befällt vor allem ältere Menschen die über lange Jahre der Sonne ausgesetzt waren. Leider treten Basalzellkarzinome durch die veränderten Freizeitgewohnheiten zunehmend auch bei jüngeren Patienten auf. Neben dauerhafter Lichteinwirkung können der Kontakt zu Arsen (früher im Weinbau und zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt), radioaktiver Strahlung, Bestrahlungsbehandlungen und seltene Erbkrankheiten sein. Basalzellkarzinome sind "halb-" bösartige Hauttumore, die durch ungehemmtes Wachstum angrenzende Strukturen zerstören und so großen Schaden verursachen können. Dies hat besondere Bedeutung, da sie besonders häufig im Gesicht wachsen und so zum Beispiel das Auge gefährden können. Durch eine rechtzeitige, vollständige Entfernung können Basalzellkarzinome entgültig und vollständig geheilt werden. Eine Absiedlung in entfernte Organe (Metastasierung) tritt nicht auf.


Morphologie (Aussehen) von Basalzellkarzinomen

Das Basalzellkarzinom findet sich zu über 80% am Kopf oder Hals, oft an der Nase oder im Lidwinkel. Erstes Zeichen ist oft ein kleines, glasig-weißliches bis rötliches Knötchen mit feinen Äderchen. Später bildet sich ein Tumor mit einem Rand aus feinen Knötchen, die wie eine Perlschnur aneinander gereiht sind (Abbildung 1 und 2). Häufig entstehen Wunden und Krusten, die über Wochen nicht abheilen (Abbildung 3, 4, 5). Seltener zeigen sich Basalzellkarzinome nur als weißliche, narbenartige flache Areale (Abbildung 6). Am Körper werden Basalzellkarzinome häufig mit Ekzemen verwechselt, da sie als flache, gerötete, schuppende Areale auftreten (Abbildung 7). Diese wachsen langsam und sprechen auf einfache Behandlung mit Salben nicht an.

Beispiele für Basalzellkarzinome:


Abb 1

Abb 2

Abb 3

Abb 4

Abb 5

Abb 6

Abb 7


2. Das Stachelzell- oder auch Plattenepithelkarzinom

Das Plattenepithelkarzinom ist der zweithäufigste Hautkrebs. Das höchste Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken, haben hellhäutige Menschen. Es befällt vor allem ältere Menschen die über lange Jahre der Sonne ausgesetzt waren. Leider treten Plattenepithelkarzinome durch die veränderten Freizeitgewohnheiten zunehmend auch bei jüngeren Patienten auf. Neben dauerhafter Lichteinwirkung können radioaktive Strahlung, Bestrahlungsbehandlungen (Licht- und Röntgenbestrahlung), chronische Entzündungen und besonders ausgeprägte Narben ursächlich an der Entstehung beteiligt sein. Plattenepithelkarzinome sind bösartige Hauttumore, die durch ungehemmtes Wachstum angrenzende Strukturen zerstören und so großen Schaden verursachen können. Durch eine frühzeitige, vollständige Entfernung können Plattenepithelkarzinome der Haut in der Regel entgültig und vollständig geheilt werden. Eine Absiedlung in entfernte Organe (Metastasierung) ist bei Plattenepithelkarzinome der Haut relativ selten und tritt vor allem bei dickeren, fortgeschrittenen Tumoren (ab ca. 2mm Dicke) auf. Neben der Haut treten Plattenepithelkarzinome auch an Schleimhäuten, wie z.B. im Mund oder Kehlkopf, auf. Auslöser sind hier vor allem das Rauchen, hochprozentiger Alkohol und andere. Bei Befall der Schleimhäute kommt es leider häufiger zu Absiedlungen an anderen Organen.


Vorläufer der Plattenepithelkarzinom: aktinische Keratosen

In stark und dauerhaft über Jahrzehnte lichtgeschädigter Haut (Gesicht, Glatze, Unterarme und Hände) entwickeln sich bei älteren Menschen häufig sogenannte "aktinische Keratosen". Dabei handelt es sich um scharf begrenzte, gerötete Hautareale, die in der Regel eine fest haftende Schuppe tragen (Abbildung 8 und 9). Sie werden oft für "trockene Haut" gehalten. Auf dem Boden dieser Veränderungen kann sich ein Plattenepithelkarzinom bilden - das muss jedoch nicht bei jedem Patienten der Fall sein. Diese aktinischen Keratosen lassen sich vom Hautarzt leicht durch Vereisung oder oberflächliche Abtragung entfernen. Sie sind jedoch Zeichen eines ausgeprägten und bleibenden Lichtschadens und machen Regelmäßige Kontrollen der Haut durch den Patienten und den Hautarzt erforderlich.


Abb 8

Abb 9



Aussehen der Plattenepithelkarzinome

Plattenepithelkarzinome können auf aktinischen Keratosen aber auch auf scheinbar völlig normaler Haut entstehen. Es bilden sich zunächst flache Knoten mit einer fest haftenden Schuppe (Abbildung 10). Die Knoten werden im Lauf der Zeit immer dicker und auch die Schuppe kann dicker werden (Abbildung 11, 12, 13). Diese Knoten mit ihrer oft rauen Oberfläche können mit Warzen verwechselt werden. Ebenso wie Basalzellkarzinome können sich auch Plattenepithelkarzinome als schlecht heilende Wunden bemerkbar machen. In manchen Fällen bildet sich aus der Schuppe ein dickes Horn (Abbildung 14 ,15). Plattenepithelkarzinome kommen am ganzen Körper vor, besonders häufig sind jedoch die Bereiche befallen, die über lange Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt waren (Gesicht (Abbildung 14), Glatze (Abbildung 11), Unterarme und Hände). Hier sind wiederum die Bereiche am gefährdetsten, die der Sonne zugewandt sind, wie zum Beispiel die Unterlippe (Abbildung 12, 13) und Ohren (Abbildung. 15). Auch an den Nägeln (Abbildung 16) und Schleimhäuten (Abbildung 17) können Stachelzellkarzinome entstehen.


Abb 10

Abb 11

Abb 12

Abb 13

Abb 14

Abb 15

Abb 16

Abb 17


Behandlung von Plattenepithelkarzinome

Fällt Ihnen eine verdächtige Hautveränderung auf, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Dieser wird bei größeren Veränderungen oder bei Lage an einer schwieriger zu operierenden Stelle zunächst die Diagnose mittels einer kleinen Hautprobe sichern. Kleinere Hautveränderungen wird er gleich komplett operativ entfernen. Die Standartbehandlung von Plattenepithelkarzinome ist die vollständige operative Entfernung. Sie kann in den meisten Fällen in örtlicher Betäubung durchgeführt werden und ist mit einer relativ geringen Belastung für den Patienten verbunden. Die sichere Kontrolle, ob mit der Operation der gesamte Tumor entfernt wurde, kann durch eine spezielle Aufarbeitung des Gewebes mit anschließender Untersuchung unter dem Mikroskop sichergestellt werden (Mikrographische Chirurgie). Bei größeren Tumoren oder ungünstiger Lage (z.B. in der Nähe des Auges) wird die Operation in mehreren Schritten durchgeführt: 1. Entfernung und mikroskopische Kontrolle, 2. eventuell Entfernung von Tumorresten und erneute Kontrolle und 3. Wundverschluss durch spezielle operative Techniken für ein kosmetisch gutes Ergebnis. Andere Verfahren wie Bestrahlungen oder Vereisung des Tumors kommen nur in besonderen Fällen zum Einsatz, z.B. wenn auf Grund des Alters oder einer schweren Erkrankung ein Patient nicht operiert werden kann.


Nachsorge

Plattenepithelkarzinome tragen je nach Lage, Eindringtiefe und Dicke ein gewisses Risiko, Absiedlungen (Metastasen) zu bilden. Es muss in einzelnen Fällen daher eine Untersuchung auf mögliche Metastasen durchgeführt werden. Da Plattenepithelkarzinome in stark lichtgeschädigter Haut auftreten, besteht ein erhöhtes Risiko einen neuen Hautkrebs zu entwickeln. Es ist daher empfehlenswert nach Entfernung eines solchen Hauttumors die eigene Haut regelmäßig selbst zu untersuchen und bei Veränderungen oder zumindest einmal jährlich einen Hautarzt zur Kontrolle aufzusuchen.











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